Getrennt Lebende und Geschiedene Ehefrauen von Pfarrern
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Bericht über die Tagung des Koordinierungstreffen der Arbeitskreise für von Pfarrern geschiedene und getrennt lebende Frauen

- Thomaskirche in Leipzig
Vom 17.-19.09. 2010 fand das 22. Koordinierungstreffen der Arbeitskreise für von Pfarrern geschiedene und getrennte lebende Frauen statt. Diese Arbeitskreise mit dem Namen „Überleben und Leben“ gibt es in den einzelnen Gliedkirchen der EKD.
Vertreten waren 12 Landeskirchen durch 19 Frauen.
Zum Auftakt gab es eine Stadtführung durch Leipzig mit anschließender Motette des Thomanerchores in der Thomaskirche – ein eindrückliches Erlebnis!
Der Abend klang nach der Vorstellungsrunde gemütlich mit einem allgemeinen Kennen lernen aus.
Am Samstag gab es nach dem Rechenschaftsbericht der Kassenführerin und Informationen über die Delegiertentagung der Pfarrfrauenarbeit in der EKD einen interessanten Vortrag von der Rechtsanwältin und Mediatorin Bärbel Franz zum Thema „Juristische Folgen bei Trennung und Scheidung“. Besondere Aufmerksamkeit und Diskussionen galten dem neuen Recht seit dem 01.09.2009 und den Regelungen des Versorgungsausgleichs.
Nachmittags fand ein lebhafter Erfahrungsaustausch statt, bei dem aus jeder Landeskirche über die Arbeit vor Ort berichtet wurde. Dabei wurden die unterschiedlichen Bedürfnisse und Formen deutlich. Angefangen von großen Gruppen, eigenen Tagungen für betroffene Frauen über kleinere Gruppen als Wohnzimmertreff bis hin zu „kein Bedarf“ waren viele Varianten vertreten.
Diese Berichte waren Anlass, sich ausführlich mit der Arbeit der Koordinierungsgruppe zu beschäftigen und die Art und Weise der Fortsetzung zu diskutieren.
Die Zahl der betroffenen Frauen, die sich an die Arbeitskreise wenden, ist rückläufig. Als Gründe wurden benannt, dass es immer mehr Pfarrerinnen gibt, dass sich bei Pfarrerehen die Frauen nicht als Pfarrfrauen fühlen und dass durch die zunehmende Berufstätigkeit der Frauen von Pfarrern zumindest die finanziellen Schwierigkeiten bei einer Trennung geringer sind als zu der Zeit, in der hauptsächlich die ehrenamtliche Mitarbeit üblich war.
Dennoch war die einhellige Meinung, dass die Angebots- und Informationsvernetzung über die Landeskirchengrenzen hinaus fortgesetzt und intensiver gestaltet werden soll, z. B. durch Homepages, Mailverteiler oder Ratgeber. Auch die Vertretung der betroffenen Frauen gegenüber den Landeskirchenämtern einschließlich der Erinnerung an die Fürsorgepflicht soll verstärkt werden.
Das nächste Koordinierungstreffen wird vom 16.-18.09. 2011 Nonnenweier (Baden) stattfinden und in etwa das Thema haben: Profilfindung und Supervision von betroffenen und „betroffen gemachten“ Frauen.
Ina Blümel


