EKD Tagung auf dem Hessenkopf

Bodenbild im Tagungsraum
In der Kapelle

Erfahrungsbericht von der Deligiertentagung des Pfarrfrauendienstes in der Ev. Kirche in Deutschland vom 9.- 12. Mai 2011 im Haus Hessenkopf in Goslar

Vierzig Frauen, die ihr Leben an der Seite eines Pfarrers unterschiedlich leben und gestalten, sind der Einladung der Braunschweigischen Landeskirche gefolgt. Die Tage standen unter dem Motto „Den Himmel wieder sehen - Ora et labora“.

Das Thema hatte Alltagssituationen in Pfarrhäusern im Blick, in denen Problemsituationen und Erwartungen der Menschen aus der Gemeinde in die Familie hineingetragen werden und Abgrenzung manchmal schwer zu leben ist. Dabei ging es auch um die Frage, wie findet und steht Frau zu ihrer eigenen Identität.

Bei einer ersten Gruppenarbeit wurde darüber nachgedacht, was bringt der einzelnen Frau Farbe in den manchmal grauen Alltag, wie hält sie Ausschau, um ein Stück Himmel wieder zu sehen, wo findet sie spielerisch Freude, um neue Kraft und Energie zu tanken?

Neben Informationen aus der EKD zeigte Oberkirchenrätin Inken Richter-Rethwich in Vortrag und Gespräch zum Thema „Der barmherzige Samariter - das Leben im Pfarrhaus zwischen Mitfühlen und Loslassen“ Aspekte auf, um Überforderungsstrategien, die oft unter falsch verstandenen christlichen Vorzeichen gedeihen können, bewusst zu machen.

 

Oberlandeskirchenrätin Inken Richter-Rethwich
Dr. med. Martin Grabe

Füreine zweite Vormittagseinheit konnte das Team des Pfarrfrauendienstes der EKD den Chefarzt Dr. med. Martin Grabe, Psychiater und Psychotherapeut der Klinik Hohe Mark, Oberursel, gewinnen. Er sprach über die Zeitkrankheit Burn-out, warum Menschen ausbrennen und was man dagegen tun kann.

Grabe: „Wer ausbrennt, muss gebrannt haben. Besonders Burn-out-gefährdet sind Menschen mit großem Einsatzwillen, die sehr viel leisten oft aus idealistischen Motiven. Im Verhältnis dazu erleben sie aber zu wenig Erfolg und Bestätigung, die sie neu motivieren könnten“. Um zu verstehen, warum manche Menschen ausbrennen, zeigte der Referent Grundursachen auf, die Menschen in den Burnout bringen.

Wichtig sei, dass in der Krise mit Hilfe der Psychotherapie, die den Blick für die tatsächlichen Lebenszusammenhänge weitet, die inneren und äußeren Antreiber erkannt werden. „Deshalb können Krisen auch Chancen beinhalten, einen sinnvolleren und schönen Lebensaufbau zu wagen. Der bessere Weg ist, wenn Menschen sich immer wieder einmal die Zeit nehmen, über ihr Leben nachzudenken“, so Grabe.

 

 

 

Diesen Weg haben die Frauen auch mit dem Besuch der Tagung beschritten: Alles Arbeiten und Nachsinnen, auch über veränderte Rollenbilder in den Pfarrhäusern seit es Pfarrerinnen gibt, waren unterbrochen durch Gesang, Tanz und ein liturgisches Morgen-, Mittags- und Abendgebet.

 

Nicht zu vergessen die Einladung der Braunschweigischen Landeskirche zu einem festlichen Abend, bei dem mit Musik und Kabarett humorvoll auf Kirche und ihre Dienerinnen geblickt wurde.

Die Besichtigung des Zisterzienserklosters Walkenried zeigte uns anschaulich das „Ora et labora“ der Mönche samt Licht und Schatten ihrer Lebensform.

Die eindrucksvolle Führung durch die dort lebende Pfarrfrau ließ uns wieder bewusst werden, wie viel Kompetenz und Engagement von Pfarrfrauen ausgehen kann, und dass ohne sie die Kirche um einiges ärmer wäre.

 

Kloster Walkenried
Festlicher Abend
Kurze Ansprache von Annegret
die Musiker
Gila Freiesleben
gelungener Abend
Gruppenfoto
Das EKD Team

Den Abschluss der Tagung bildete ein Gottesdienst, der uns daran erinnerte, dass unser Glaube eine Beziehungsgeschichte ist. Jesus ist mit der Frau am Brunnen in ein Gespräch eingetreten und sie durfte erfahren, dass er selbst eine lebendige Quelle ist, aus der auch wir noch schöpfen dürfen.

Lintrud Grimm

Evangelische Kirche der Pfalz

Zum Abschluss lud die Ev. Kirche im Rheinland zur nächsten Tagung mit Rheinwasser ein!